| VOLKSLIEDER 1.
HOCH AUF DEM GELBEN WAGEN Hoch auf dem gelben Wagen, sitz ich beim
Schwager vorn. Munter, die Rosse, sie traben, lustig schmettert das Horn. Berge
und Wälder und Auen, wogendes Ährengold - ich möchte so gerne
noch schauen, aber der Wagen, der rollt. Flöten hör ich und
Geigen, lustiges Bassgebrumm, munteres Volk im Reigen tanzt um die Linde
herum, wirbelt wie Laub im Winde, jubelt und lacht und tollt - ich bleibe
so gerne bei der Linde, aber der Wagen, der rollt. Postillion an der
Schenke füttert die Rosse im Flug, schäumendes Gerstengetränke bringt
uns der Wirt im Krug. Hinter den Fensterscheiben lacht ein Gesicht so hold
- ich möchte so gerne noch bleiben, aber der Wagen, der rollt.
Sitzt einmal ein Gerippe hoch auf dem Wagen vorn, trägt statt der Peitsche
die Hippe, Stundenglas statt Horn, Sag ich: 'Ade nun, ihr Lieben, die
ihr nicht mitfahren wollt - ich wäre so gerne noch geblieben, aber
der Wagen, der rollt.' 2. DAS WANDERN IST DES MÜLLERS
LUST
1. Das Wandern ist des Müllers Lust, x2, das Wandern. Das
muss ein schlechter Müller sein, dem niemals fiel das Wandern ein, dem
niemals fiel das Wandern ein, das Wandern. 2. Vom Wasser haben wir's gelernt,
x2, vom Wasser: Das hat nicht Rast bei Tag und Nacht, ist stets auf Wanderschaft
bedacht x2, das Wasser. 3. Das sehn wir auch den Rädern ab x2 , den
Rädern: Die gar nicht gerne stille stehn, die sich bei Tag nicht müde
drehn x2, die Räder. 4. Die Steine selbst, so schwer sie sind, x2 die
Steine: Sie tanzen mit den muntern Reihn, und wollen gar noch schneller
sein x2, die Steine. 5. Oh Wandern, Wandern, meine Lust, x2, oh Wandern! Herr
Meister und Frau Meisterin, lasst mich in Frieden weiterziehn x2 und wandern! 3.
IM FRÜHTAU ZU BERGE
1. Im Frühtau zu Berge wir ziehen, vallera! Grün
schimmern wie Smaragde alle Höhn, vallera! Wir wandern ohne Sorgen singend
in den Morgen, noch ehe im Tale die Hähne krähn. 2. Ihr alten
und hochweisen Leut', vallera, ihr denkt wohl wir wären nicht gescheit,
vallera. Wer sollte aber singen wenn wir schon Grillen fingen in einer so
herrlichen Frühlingszeit! 3. Werft ab alle Sorgen und Qual, vallera, kommt
mit uns auf die Höhen aus dem Tal, vallera. Wir sind hinausgegangen, den
Sonnenschein zu fangen. Kommt mit, und versucht es auch selbst einmal!
4.
HORCH, WAS KOMMT VON DRAUSSEN REIN 1. Horch was kommt von draußen
rein? Hollari, hollaro! Wird wohl mein Feinsliebchen sein, hollaria ho! Geht
vorbei und kommt nicht rein, hollari, hollaro! Wird's wohl nicht gewesen sein!
Hollaria ho! 2. Leute haben's oft gesagt, hollari, hollaro, dass ich
ein Feinsliebchen hab, hollariaho ! Lass sie reden, schweig fein still, hollari,
hollaro, kann ja lieben, wen ich will, hollaria ho! 3. Wenn mein Liebchen
Hochzeit hat, hollari, hollaro, ist für mich ein Trauertag, hollaria ho! Sperr
mich in mein Kämmerlein, hollari, hollaro, trage meinen Schmerz allein,
hollaria ho! 4. Wenn ich einst gestorben bin, hollari, hollaro, trägt
man mich zum Friedhof hin, hollaria ho! Setzt mir einen Leichenstein, hollari,
hollaro, Rosen und Vergissnichtmein, hollaria ho! 5. AUF, AUF
ZUM FRÖHLICHEN JAGEN
1. Auf, auf zum fröhlichen Jagen, auf
in die grüne Heid! Es fängt schon an zu tagen, es ist die schönste
Zeit. Die Vögel in den Wäldern sind schon vom Schlaf erwacht und
haben auf den Feldern das Morgenlied vollbracht. Tridihejo, dihejo, dihedihedijo
tridijo, hejo, dihejo, dihedijo tridijo. 2. Frühmorgens, als der Jäger
im grünen Wald ankam, da sah er mit Vergnügen das schöne Wildbret
an. Die Gemslein, Paar um Paare, sie kommen von weit her, die Rehe und die
Hirschlein, das schöne Wildbret schwer. Jodler 3. Das edle Jägerleben
vergnüget meine Brust, dem Wilde nachzustreben ist meine höchste
Lust. Wir laden unsre Büchsen mit Pulver und mit Blei, wir führen
das schönste Leben - im Walde sind wir frei! Jodler 6.
WENN ICH EIN VÖGLEIN WÄR
1. Wenn ich ein Vöglein wär
und auch zwei Flüglein hätt, flög ich zu dir. Weil's aber
nicht kann sein, weil's aber nicht kann sein, bleib ich allhier. 2. Bin
ich gleich weit von dir, bin doch im Schlaf bei dir und red mit dir. Wenn
ich erwachen tu, wenn ich erwachen tu, bin ich allein. 3. Es vergeht
keine Stund in der Nacht, dass nicht mein Herz erwacht und an dich gedenkt, wie
du mir vieltausendmal, wie du mir vieltausendmal dein Herz geschenkt. 7.
SAH EIN KNAB EIN RÖSLEIN STEHN
1. Sah ein Knab ein Röslein
stehn, Röslein auf der Heiden, war so jung und morgenschön, lief
er schnell, es nah zu sehn, sah's mit vielen Freuden. Röslein, Röslein,
Röslein rot, Röslein auf der Heiden. 2. Knabe sprach: 'Ich breche
dich, Röslein auf der Heiden!' Röslein sprach: 'Ich steche dich,
dass du ewig denkst an mich, und ich will's nicht leiden!' Röslein,
Röslein, Röslein rot, Röslein auf der Heiden. 3. Und der
wilde Knabe brach's Röslein auf der Heiden, Röslein wehrte sich und
stach, half ihm doch kein Weh und Ach, musst es eben leiden. Röslein,
Röslein, Röslein rot, Röslein auf der Heiden. 8.
MUSS I DENN
1. Muss i denn, muss i denn, zum Städtele hinaus, Städtele
hinaus, und du, mein Schatz, bleibst hier! Wenn i komm, wenn i komm, wenn i
wieder, wieder komm, kehr i ein, mein Schatz, bei dir! Kann i gleich net
allwei bei dir sein, han i doch mei Freud an dir ; wenn i komm, wenn i komm,
wenn i wieder, wieder komm, kehr i ein, mein Schatz, bei dir ! 2. Wie
du weinst, wie du weinst, dass ich wandern muss, wandern muss, wie wenn d'Lieb
jetzt wär vorbei ! Sind auch draußt, sind auch draußt der
Mädele viel, Mädele viel, lieber Schatz, ich bleib dir treu. Denk
du nicht, wenn ich eine andre seh, na, so sei meine Lieb vorbei! Sind auch
draußt, sind auch draußt der Mädele viel, Mädele viel, lieber
Schatz, ich bleib dir treu. 9. DIE GEDANKEN SIND FREI
1.
Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten? Sie fliegen vorbei wie nächtliche
Schatten. Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger sie schießen mit
Pulver und Blei: die Gedanken sind frei! 2. Ich liebe den Wein, mein Mädel
vor allen, sie tut mir alleine am besten gefallen. Da sitz ich alleine bei
einem Glas Weine - mein Mädchen dabei! Die Gedanken sind frei! 3.
Und muss ich einst fort aus den Armen der Liebe in ein fremdes Land, wo die
Sonn scheint so trübe, da denk ich so gerne zurück in die Ferne und
denk mir dabei: die Gedanken sind frei! 4. Und reißt man mich fort
in Kerker mit Ketten, so bin ich allein, kein Mensch kann mich retten. Nur
meine Gedanken zerreißen die Schranken, die Mauern entzwei: die Gedanken
sind frei! 10. GAUDEAMUS IGITUR
1. Gaudeamus igitur, iuvenes
dum sumus; Post iucundam iuventutem, post molestam senectutem nos habebit
humus, nos habebit humus ! 2. Ubi sunt, qui ante nos in mundo fuere ? Vadite
ad superos, transite ad inferos, ubi iam fuere. 3. Vita nostra brevis
est, brevi finietur, venit mors velociter, rapit nos atrociter, nemini
parcetur. 11. HIMMEL UND ERDE Himmel und Erde müssen
vergehn, aber die Musici, aber die Musici, aber die Musici bleiben bestehn. 12.
AM BRUNNEN VOR DEM TORE
1. Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum. Ich
träumt in seinem Schatten so manchen süßen Traum. Ich schnitt
in seine Rinde so manches liebe Wort, es zog in Freud und Leiden zu ihm mich
immer fort, zu ihm mich immer fort. 2. Ich musst auch heute wandern vorbei
in tiefer Nacht, da hab ich noch im Dunkeln die Augen zugemacht. Und seine
Zweige rauschten, als riefen sie mir zu: 'Komm her zu mir, Geselle, hier findst
du deine Ruh.' 3. Die kalten Winde bliesen mir grad ins Angesicht, der
Hut flog mir vom Kopfe, ich wendete mich nicht. Nun bin ich manche Stunde entfernt
von jenem Ort, und immer hör ich's rauschen: 'Du fändest Ruhe dort.' 13.
HEISSA, KATHREINERLE
1. Heißa, Kathreinerle, schnür dir die
Schuh, schürz dir dein Röckele, gönn dir kein Ruh. Didl,
dudl, dadl, schrum, schrum, schrum, geht schon der Hopsherum, heißa Kathreinerle,
frisch immerzu! 2. Dreh wie ein Rädele flink dich im Tanz! Fliegen
die Zöpfele, wirbelt der Kranz. Didl, dudl, dadl, schrum, schrum, schrum, lustig
im Kreis herum, dreh dich, mein Mädel, im festlichen Glanz! 3. Heute
heißt's lustig sein, morgen ist's aus! Sinket der Lichter Schein, gehn
wir nach Haus. Didl, dudl, dadl, schrum, schrum, schrum, morgen mit viel
Gebrumm fegt die Frau Wirtin den Tanzboden aus! 14. O DU LIEBER AUGUSTIN
O
du lieber Augustin, Augustin, Augustin, o du lieber Augustin, alles ist hin
! S'Geld ist weg, s'Mensch ist weg, Augustin liegt im Dreck. O du lieber
Augustin, alles ist hin ! O du lieber Augustin, s'Geld ist hin, s'Mensch
ist hin, o du lieber Augustin, alles ist hin! Will nicht von Geld nix sagen, wenn
ich nur s'Mensch könnt haben! O du lieber Augustin, alles ist hin! O
du lieber Augustin, all mein Geld ist hin, o du lieber Augustin, alles ist
hin! Der Beutel ist leer, die Hosen ist voll -- Nix ist nimmer, wie es sein
soll! O du lieber Augustin, alles is hin! 15. ES KLAPPERT DIE
MÜHLE AM RAUSCHENDEN BACH
1. Es klappert die Mühle am rauschenden
Bach: klipp, klapp! Bei Tag und bei Nacht ist der Mueller stets wach: klipp,
klapp! Er mahlet das Korn zu dem kräftigen Brot, und haben wir dieses
dann hat's keine Not. Klipp, klapp, klipp, klapp, klipp, klapp! 2. Flink
laufen die Räder und drehen den Stein: klipp, klapp! Und mahlen den Weizen
zum Mehl uns so fein: klipp, klapp! Der Müller, der füllt uns den
schweren Sack, der Bäcker das Brot und den Kuchen uns backt. Klipp,
klapp, klipp, klapp, klipp, klapp! 3.Wenn goldene Körner das Ackerfeld
trägt, klipp, klapp! Die Mühle dann flink ihre Räder bewegt,
klipp, klapp! Und schenkt uns der Himmel nur immer das Brot, so sind wir
geborgen und leiden nicht Not. Klipp, klapp, klipp, klapp, klipp, klapp!
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